Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Antarktis – Ein Wintermärchen

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Im November 2017 war es endlich so weit: Koffer packen für die Reise ins ewige Eis, in die Antarktis. Die bisher weiteste Reise, die ich bis dahin gemacht habe. Aus dem milden Winter in Deutschland mit 15 °C, geht es über Buenos Aires mit 30 °C nach Ushuaia mit windigen 5 °C. Aber der herzliche Empfang im Hostel Sloghett, das schnuckelige Zimmer und die heiße Dusche lassen die lange Anreise vergessen. Der erste Tag in Ushuaia ist mit einem Offroad-Ausflug zu den vier Seen gefüllt. Und Offroad heißt hier auch Offroad. Wahnsinns-Landschaften und ein leckeres Barbecue mit argentinischem Rindersteak vom Grill runden den ganzen Tag ab. Auch der zweite Tag mit dem Ausflug in den Nationalpark Tierra del Fuego ist ein echtes Erlebnis. Erst Paddeln mit dem Schlauchboot, dann eine Wanderung durch den Wald des Nationalparks, der einem das Gefühl gibt, in einem Zauberwald zu sein. Die beiden Tage in Ushuaia waren auf alle Fälle ein toller Einstieg in den Urlaub.

Dann ging es aufs Schiff, die MS Ortelius, und nach dem Abendessen an Bord durch den Beagle-Kanal in die Drake-Passage. Zum Glück wurden die Pflaster gegen Seekrankheit erfunden. Mit ausreichend Medikamenten versorgt, lässt sich auch stürmisches Wetter in der Drake-Passage aushalten und das tolle Essen auf dem Schiff genießen. Die Überfahrt in der Drake war wie eine nicht endende Fahrt auf der Achterbahn und machte in der Gesellschaft der Mitreisenden richtig Spaß. Wir lernten uns kennen und jeder erzählte seine Geschichte, die jede auf ihre Weise besonders war. Der Anfang einer tollen Gemeinschaft war gemacht.

Dann, endlich, die ersten Eisberge und die ersten Inseln der Antarktis. Alle waren bereit für den ersten Landgang. Unglaublich!! Man weiß zwar aus TV-Dokumentationen wie es in der Antarktis aussieht, aber in Natura dort zu sein, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen und seinen Fuß das erste Mal ins ewige Eis zu stellen, ist ein unbeschreibliches Gefühl und man fühlt sich ziemlich klein und unbedeutend in Gegenwart dieser Natur. Es gibt nicht einen Hauch von Grün! Die einzigen Farben sind Weiß, Blau, Grau und Schwarz. Der Respekt vor den Tieren, die hier überleben und leben, wächst mit jeder Minute, die man hier verbringt.

Die Tage in der Antarktis sind ausgefüllt mit Landgängen der verschiedensten Art: Schneeschuhwanderung, Bergsteigen, Eisklettern und Kajakfahren. Jeden Tag erlebt man etwas Neues und wird sich der Abgeschiedenheit dieser Region der Erde bewusst. Dank der Schulungen auf dem Schiff durch die Expeditionsleiter weiß man auch mehr über das, was man hier sieht oder eben nicht. Man kann nur den Hut ziehen vor den Pinguinen, die hier auf ihren Eiern sitzen und jeden Schneesturm stoisch aussitzen und ihre Nachkommen auch vor den Möwen zu verteidigen wissen.

Pinguine, Möwen, Albatrosse, Robben und Wale, diese Reise hatte alles, was man sich wünschen kann. Sonnige Tage, die die Antarktis in eine grandiose Kulisse verwandeln und auch Schneefälle, die einem wenigstens ein bisschen erahnen lassen, wie gnadenlos die Natur hier wirklich ist und wie hilflos man diesen Naturgewalten ausgeliefert sein kann.

Leider kam der Tag, an dem die MS Ortelius wieder Kurs nach Ushuaia nahm und das Abenteuer Antarktis ist beendet. Auf der Rückfahrt werden fleißig Bilder geteilt und Geschichten erzählt, die mit jeder Erzählung fantastischer und großartiger werden. Die Gemeinschaft ist noch besser geworden und die gemeinsame Zeit am wirklichen Ende der Welt hat uns alle zu einer großen Familie werden lassen. Auf dieser Reise sind Freundschaften entstanden, die bestimmt noch lange halten werden.

Die Eindrücke und Erfahrungen dieser Reise werden mich noch lange begleiten und sind ein absolutes Highlight meiner bisherigen Reisen.

Nicole Sans

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